Zwischen der dichten Bebauung in Linden-Nord und den weitläufigen Gewerbeflächen am Tönniesberg liegen geotechnisch Welten. In Linden trifft man oft auf tragfähigen Geschiebemergel, während Richtung Süden die sandigen Kiese der Leine-Niederung dominieren. Wer in Hannover eine Baugrundverbesserung mittels Injektionen plant, muss diese kleinräumigen Wechsel exakt kennen. Unser Team analysiert die lokale Stratigraphie, bevor ein Injektionsplan entsteht — denn eine Fehleinschätzung im Vorfeld führt schnell zu ungleichmäßiger Verpressung oder ungewolltem Materialverlust. Die SPT-Bohrung liefert uns dazu verlässliche Kennwerte aus Tiefen, in denen die quartären Sande plötzlich in festen Ton übergehen.
Ein Injektionskonzept ohne vorherige Erkundung der Mergeloberkante in Hannover ist wie ein Blindflug durch die Leine-Aue.
Arbeitsumfang in Hanover

Demonstration video
Typische technische Herausforderungen in Hanover
Im Zentrum rund um die Calenberger Neustadt sehen wir immer wieder, dass alte Auffüllungen und nicht dokumentierte Kellerverfüllungen den Injektionserfolg zunichtemachen. Das Material läuft unkontrolliert in Hohlräume ab, die kein Plan vorsieht. Ein zweiter kritischer Punkt ist die Unterschätzung des Porenwasserdrucks in der Leine-Aue: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel binnen Stunden um einen Meter. Wer dann mit zu niedrigem Gegendruck verpresst, riskiert hydraulische Kurzschlüsse und Tagbrüche im Straßenbereich. Die quartären Rinnenfüllungen unter dem Maschsee sind ein weiterer Sonderfall — hier helfen nur gestaffelte Injektionsfolgen mit angepasster Erstarrungszeit, abgestimmt mit dem Tiefbauamt Hannover.
Unsere Leistungen
Unsere Injektionsbemessung in Hannover gliedert sich in vier Leistungsphasen, die von der ersten Sondierung bis zur Qualitätskontrolle nach Abschluss der Verpressarbeiten reichen:
Geotechnische Vorerkundung
Analyse der quartären und mesozoischen Schichtenfolge im Stadtgebiet mittels Rammkernsondierung und Drucksondierung, inklusive Laborversuche an ungestörten Proben aus dem Mergelhorizont.
Injektionsplan & Mischungsentwurf
Festlegung von Lanzenraster, Verpressdruck, Suspensionstyp und Gelierzeit für jede Baugrundeinheit. Rheologische Prüfungen im Labor unter hannoverschen Temperaturbedingungen.
Mengen-Druck-Überwachung
Lanzengenaue digitale Aufzeichnung von Verpressmenge und -druck mit Echtzeitabgleich gegen das Sollprofil. Alarmgrenzen bei Druckabfall im Bereich der Leine-Aue.
Erfolgskontrolle & Dokumentation
Kernbohrung nach Erhärtung, Wasserabpressversuche und abschließender Bericht für die Bauakte beim Fachbereich Tiefbau der Landeshauptstadt Hannover.
Gängige Fragen
Welche Injektionsverfahren kommen für den typischen Baugrund in Hannover infrage?
Im Stadtgebiet Hannovers dominieren quartäre Kiese und Sande der Leine-Niederung sowie Geschiebemergel der Geest. Bei durchlässigen Kiesen setzen wir meist auf Zementsuspensionen mit Feinstbindemittel, bei feinsandigen Schichten mit hohem Grundwasserstand kommen Weichgele oder Hotime-Gele zum Einsatz. Die Entscheidung fällt nach rheologischen Laborversuchen, die die lokale Korngrößenverteilung und den Grundwasserchemismus berücksichtigen.
Können Sie auch Injektionen unter beengten Platzverhältnissen in der Innenstadt bemessen?
Ja, das ist in Hannovers engen Gassen zwischen Altstadt und Calenberger Neustadt sogar der Regelfall. Wir planen dann mit kompakten Lanzengeometrien und stufenweisen Verpressfolgen, die ohne große Rüstfläche auskommen. Die digitale Drucküberwachung erlaubt es uns, jede Lanze einzeln zu steuern und bei unerwarteten Hohlräumen sofort zu stoppen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Injektionsbemessung rechnen?
Für eine vollständige Injektionsbemessung inklusive Vorerkundung, Laboruntersuchung und Ausführungsplanung liegen die Kosten je nach Bauwerksgröße und Baugrundkomplexität zwischen 1.030 und 3.600 Euro. Bei kleinen Einfamilienhaus-Baugruben in den Stadtteilen am Stadtrand ist der Aufwand geringer, bei Großprojekten mit HDI-Sohlen unterhalb des Grundwasserspiegels entsprechend höher.