Hanover
Hanover, Germany

Bemessung flexibler Fahrbahnen in Hannover: CBR, Tragfähigkeit und Materialprüfung

Hannover wächst. Über 540.000 Einwohner, neue Gewerbegebiete im Osten, und die Region verzeichnet ein stabiles Bauvolumen im Verkehrswegebau. Jede neue Erschließungsstraße, jeder Parkplatz und jede Industriefläche braucht einen Unterbau, der die Lasten der kommenden 20 Jahre aufnimmt. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen ist hier kein Behördenpapier, sondern eine Standortfrage. Der sandige bis schluffige Geschiebemergel unter der Asphaltdecke reagiert anders als der tonige Aueboden entlang der Leine. Wir prüfen das direkt. Mit dem CBR-Versuch im Labor und dem Plattendruckversuch auf der Baustelle ermitteln wir die Kennwerte, die die RStO für die Dicke der Tragschichten verlangt. Ob Sie eine Zufahrt für ein Logistikzentrum in der Region Hannover planen oder eine neue Wohnstraße im Stadtteil Bothfeld – ohne belastbare Bodenkennwerte wird die Ausschreibung zum Glücksspiel.

Die RStO gibt den Rahmen vor – die Tragfähigkeit des Untergrunds entscheidet über die tatsächliche Dicke jeder einzelnen Schicht.

Arbeitsumfang in Hanover

Ein typischer Fall aus Linden-Nord: alter Gewerbestandort, gemischte Auffüllungen mit Bauschutt und bindigen Linsen. Der Bauherr will eine flexible Befestigung für den Schwerverkehr. Wir fahren raus, ziehen Kernbohrungen, nehmen gestörte und ungestörte Proben. Im Labor läuft dann die Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 und die Bestimmung der Atterberg-Grenzen zur Einstufung der bindigen Anteile. Parallel prüfen wir die Verdichtbarkeit mit dem einfachen Proctorversuch. Diese Daten fließen direkt in die Dimensionierung der Asphalttragschicht, Frostschutzschicht und ggf. eine Bodenverfestigung ein. Bei sehr ungleichmäßigem Untergrund ergänzen wir das Programm mit einer in-situ-Durchlässigkeit, um die Dränage unter der gebundenen Tragschicht zu dimensionieren – stehendes Wasser ist der schnellste Weg zu Setzungen und Rissen im Asphalt.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Hannover: CBR, Tragfähigkeit und Materialprüfung
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Hannover: CBR, Tragfähigkeit und Materialprüfung
ParameterTypischer Wert
Prüfverfahren UntergrundCBR-Laborversuch nach DIN EN 13286-47
Tragfähigkeit vor OrtPlattendruckversuch Ev2/Ev1 nach DIN 18134
VerdichtungsgradProctorversuch nach DIN 18127
KorngrößenverteilungSieblinie nach DIN EN ISO 17892-4
WasserdurchlässigkeitLabor- und Feldversuch nach DIN 18130
FrostempfindlichkeitKlassifizierung nach ZTV E-StB
Dicke AsphalttragschichtDimensionierung nach RStO 12, Tafel 1-3
Material FrostschutzschichtGüteüberwachung nach TL SoB-StB

Typische technische Herausforderungen in Hanover

Der Plattendruckversuch läuft auf der abgezogenen Frostschutzschicht. Die hydraulische Presse fährt die 300-mm-Platte in drei Laststufen zyklisch an. Misst man hier einen Ev2-Wert unter 120 MN/m², ist die Verdichtung ungenügend. Das passiert in Hannover häufiger, wenn feuchte Witterung die Einbauwassergehalte verschiebt – der Winter 2023/24 war extrem nass, und viele Baustellen auf den Mergelböden im Süden der Stadt hatten Nachverdichtungen nötig. Ohne Kontrolle geht die flexible Fahrbahn später in Wellen auf. Spurrinnen, Kantenabbrüche, Frostaufbrüche. Die Erneuerung kostet ein Vielfaches der Prüfung. Wir messen jeden Prüfpunkt mit GPS-Referenz, dokumentieren die Koordinaten im Prüfbericht und liefern dem Bauleiter noch am selben Tag die Ev2/Ev1-Werte. Bei kritischen Abweichungen schlagen wir Maßnahmen vor: Nachverdichten, Austausch der Schicht oder Bodenverfestigung mit Kalk bei bindigen Böden.

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Anwendbare Normen: RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), DIN 18134 (Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte - Plattendruckversuch), DIN EN 13286-47 (Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische - CBR-Versuch), ZTV E-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau), TL SoB-StB (Technische Lieferbedingungen für Baustoffgemische zur Herstellung von Schichten ohne Bindemittel im Straßenbau)

Unsere Leistungen

Unser Prüfprogramm deckt die gesamte Kette ab: von der Baugrunderkundung bis zur Kontrollprüfung der fertigen Tragschicht. Wir arbeiten mit zertifiziertem Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 für die relevanten Prüfverfahren.

Baugrunduntersuchung für Fahrbahnen

Rammkernsondierung und schwere Rammsondierung zur Erkundung der Schichtenfolge. Gewinnung gestörter Proben für Klassifikation und Proctorversuch.

CBR-Laborversuch

Ermittlung des California Bearing Ratio an ungestörten Proben oder eingebautem Material. Prüfung bei optimalem Wassergehalt und nach Wasserlagerung.

Verdichtungskontrolle auf der Baustelle

Plattendruckversuch und Fallgewichtsdeflektometer zur Bestimmung des Verformungsmoduls der ungebundenen Schichten. Dokumentation mit GPS-Koordinaten.

Korngrößenanalyse und Frostsicherheit

Sieblinienbestimmung für Frostschutz- und Schottertragschichten. Einstufung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB für die Region Hannover.

Gängige Fragen

Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen in Hannover?

Die Prüfleistungen liegen je nach Umfang zwischen €1.420 und €4.980. Ein Basispaket mit Rammsondierung, Proctorversuch und CBR-Test beginnt bei rund €1.420. Kommen Plattendruckversuche auf mehreren Schichten und eine komplette Frostempfindlichkeitsklassifikation hinzu, bewegt sich der Auftragswert im oberen Bereich.

Welche Norm ist für die Dimensionierung flexibler Fahrbahnen maßgebend?

Die RStO 12 ist die zentrale Richtlinie in Deutschland. Sie legt die Bauweisen und Schichtdicken in Abhängigkeit von der Belastungsklasse fest. Ergänzend gelten die ZTV E-StB für Erdarbeiten und die TL SoB-StB für die Materialanforderungen an ungebundene Schichten.

Warum ist der CBR-Wert für den Straßenbau in Hannover so entscheidend?

Der CBR-Wert beschreibt die Tragfähigkeit des Untergrunds direkt in Prozent zum Standardmaterial. In Hannover variiert dieser Wert stark zwischen den sandigen Geestböden im Norden und den tonig-schluffigen Aueböden entlang der Leine. Die RStO verlangt für Belastungsklassen ab Bk1,0 einen CBR von mindestens 15 % auf dem Planum.

Wie viele Plattendruckversuche sind auf einer Baustelle vorgeschrieben?

Die ZTV E-StB gibt einen Prüfraster vor: alle 1.000 m² ein Versuch, mindestens jedoch drei pro Schicht. Auf kleineren Flächen legen wir die Punkte in Absprache mit der Bauleitung so, dass alle relevanten Verdichtungszonen abgedeckt sind.

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