Ein Ingenieurbüro plante kürzlich eine Untertunnelung der Hildesheimer Straße für einen neuen Stadtbahnabschnitt. Die ersten Bohrungen zeigten in zwölf Metern Tiefe eine mehrere Meter mächtige Schicht aus Lauenburger Ton – ein feinkörniges Sediment mit sehr geringer Scherfestigkeit, das in Hannovers Untergrund weit verbreitet ist. Genau hier setzt unsere Arbeit an: Bevor eine Tunnelbohrmaschine anrollt, klären wir mit einer gezielten Sondierkampagne die Grenzen dieser weichen Horizonte und erstellen ein belastbares geotechnisches Modell. Das Ziel ist nicht nur die Standsicherheit der Ortsbrust, sondern auch die Minimierung von Setzungen an der dicht bebauten Oberfläche. In einer Stadt mit rund 535.000 Einwohnern und einem über Jahrzehnte gewachsenen Leitungssystem unter dem Asphalt entscheidet die Qualität der Vorerkundung über Verformungen im Millimeterbereich und die Sicherheit der darüber liegenden Infrastruktur.
In Hannovers Lockergesteinen entscheidet nicht die Festigkeit des Bodens über den Erfolg, sondern die Vorhersage der Verformungen im umgebenden Baugrund.
Arbeitsumfang in Hanover

Demonstration video
Typische technische Herausforderungen in Hanover
Der Schildvortrieb in Hannovers Weichböden bringt ein Risiko mit sich, das selbst erfahrene Mineure nachts umtreibt: die unkontrollierte Verformungsausbreitung bis zur Geländeoberfläche. Wir setzen dafür eine mobile Inklinometerkette und automatische Schlauchwaagen ein, die in Echtzeit Setzungsmulden erfassen, sobald der Vortrieb unter bestehender Bebauung läuft. Das Problem ist oft nicht die Ortsbruststabilität selbst, sondern die Volumenverluste durch unzureichende Spaltverpressung oder einen falsch gewählten Stützdruck. In den steifen, aber empfindlichen Tonen kann es Tage dauern, bis Verformungen an der Oberfläche sichtbar werden – dann ist das Tragwerksgefüge eines Altbaus aber bereits geschädigt. Unsere numerischen FE-Modelle berücksichtigen die spannungsabhängige Steifigkeit des Leinetals und koppeln Grundwasserströmung mit der Setzungsprognose.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum deckt die gesamte Kette von der Vorerkundung bis zur Vortriebsbegleitung ab:
Baugrunderkundung für Tunnel
Direkte und indirekte Aufschlüsse, abgestimmt auf die quartären Sedimente Hannovers. Wir führen Kernbohrungen, Rammsondierungen und Drucksondierungen durch und ergänzen diese durch Laborversuche zur Bestimmung der Steifigkeits- und Festigkeitsparameter.
Numerische 2D/3D-Modellierung
Finite-Elemente-Simulation des Tunnelvortriebs unter Berücksichtigung der spezifischen Spannungsgeschichte des Leinetals. Wir modellieren Stützdruck, Spaltverpressung und die Interaktion mit benachbarter Bebauung.
Vortriebsbegleitende Messtechnik
Installation und Auswertung von Inklinometern, Extensometern und Schlauchwaagen zur Überwachung der Oberflächensetzungen. Die Daten fließen direkt in eine adaptive Vortriebssteuerung ein.
Gängige Fragen
Warum ist der Tunnelbau in Hannovers Boden so anspruchsvoll?
Hannover liegt im Urstromtal der Leine, wo der Untergrund von mächtigen quartären Lockergesteinen geprägt ist. Auelehm, Beckenschluff und eingelagerte Torflinsen weisen eine sehr geringe Tragfähigkeit auf. Hinzu kommt ein hoch anstehender Grundwasserspiegel, der in tieferen Sandschichten gespannt sein kann. Diese Kombination erfordert eine äußerst präzise geotechnische Analyse, um Setzungen zu minimieren und die Ortsbruststabilität zu gewährleisten.
Welche Parameter sind entscheidend für die Wahl des Tunnelvortriebsverfahrens?
Die undrainierte Scherfestigkeit cu der bindigen Schichten, der Steifemodul Es und die Durchlässigkeit der Sande bestimmen maßgeblich die Verfahrenswahl. In den weichen Tonen Hannovers ist meist ein Schildvortrieb mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust erforderlich. Unsere CPT-Sondierungen liefern ein kontinuierliches Profil dieser Kennwerte, sodass der Stützdruck optimal eingestellt werden kann.
Mit welchen Kosten muss man für eine geotechnische Tunnelanalyse in Hannover rechnen?
Der Aufwand hängt stark vom Erkundungsumfang und der Tunnellänge ab. Für ein typisches innerstädtisches Projekt in Hannover bewegen sich die Kosten für eine vollständige geotechnische Analyse – von der Felduntersuchung über Laborversuche bis zur numerischen Modellierung – üblicherweise in einem Rahmen von €3.700 bis €13.080.