Hannover wächst. Über 540.000 Einwohner, neue Gewerbegebiete im Osten, und die Region verzeichnet ein stabiles Bauvolumen im Verkehrswegebau. Jede neue Erschließungsstraße, jeder Parkplatz und jede Industriefläche braucht einen Unterbau, der die Lasten der kommenden 20 Jahre aufnimmt. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen ist hier kein Behördenpapier, sondern eine Standortfrage. Der sandige bis schluffige Geschiebemergel unter der Asphaltdecke reagiert anders als der tonige Aueboden entlang der Leine. Wir prüfen das direkt. Mit dem CBR-Versuch im Labor und dem Plattendruckversuch auf der Baustelle ermitteln wir die Kennwerte, die die RStO für die Dicke der Tragschichten verlangt. Ob Sie eine Zufahrt für ein Logistikzentrum in der Region Hannover planen oder eine neue Wohnstraße im Stadtteil Bothfeld – ohne belastbare Bodenkennwerte wird die Ausschreibung zum Glücksspiel.
Die RStO gibt den Rahmen vor – die Tragfähigkeit des Untergrunds entscheidet über die tatsächliche Dicke jeder einzelnen Schicht.
Arbeitsumfang in Hanover

Typische technische Herausforderungen in Hanover
Der Plattendruckversuch läuft auf der abgezogenen Frostschutzschicht. Die hydraulische Presse fährt die 300-mm-Platte in drei Laststufen zyklisch an. Misst man hier einen Ev2-Wert unter 120 MN/m², ist die Verdichtung ungenügend. Das passiert in Hannover häufiger, wenn feuchte Witterung die Einbauwassergehalte verschiebt – der Winter 2023/24 war extrem nass, und viele Baustellen auf den Mergelböden im Süden der Stadt hatten Nachverdichtungen nötig. Ohne Kontrolle geht die flexible Fahrbahn später in Wellen auf. Spurrinnen, Kantenabbrüche, Frostaufbrüche. Die Erneuerung kostet ein Vielfaches der Prüfung. Wir messen jeden Prüfpunkt mit GPS-Referenz, dokumentieren die Koordinaten im Prüfbericht und liefern dem Bauleiter noch am selben Tag die Ev2/Ev1-Werte. Bei kritischen Abweichungen schlagen wir Maßnahmen vor: Nachverdichten, Austausch der Schicht oder Bodenverfestigung mit Kalk bei bindigen Böden.
Unsere Leistungen
Unser Prüfprogramm deckt die gesamte Kette ab: von der Baugrunderkundung bis zur Kontrollprüfung der fertigen Tragschicht. Wir arbeiten mit zertifiziertem Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 für die relevanten Prüfverfahren.
Baugrunduntersuchung für Fahrbahnen
Rammkernsondierung und schwere Rammsondierung zur Erkundung der Schichtenfolge. Gewinnung gestörter Proben für Klassifikation und Proctorversuch.
CBR-Laborversuch
Ermittlung des California Bearing Ratio an ungestörten Proben oder eingebautem Material. Prüfung bei optimalem Wassergehalt und nach Wasserlagerung.
Verdichtungskontrolle auf der Baustelle
Plattendruckversuch und Fallgewichtsdeflektometer zur Bestimmung des Verformungsmoduls der ungebundenen Schichten. Dokumentation mit GPS-Koordinaten.
Korngrößenanalyse und Frostsicherheit
Sieblinienbestimmung für Frostschutz- und Schottertragschichten. Einstufung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB für die Region Hannover.
Gängige Fragen
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen in Hannover?
Die Prüfleistungen liegen je nach Umfang zwischen €1.420 und €4.980. Ein Basispaket mit Rammsondierung, Proctorversuch und CBR-Test beginnt bei rund €1.420. Kommen Plattendruckversuche auf mehreren Schichten und eine komplette Frostempfindlichkeitsklassifikation hinzu, bewegt sich der Auftragswert im oberen Bereich.
Welche Norm ist für die Dimensionierung flexibler Fahrbahnen maßgebend?
Die RStO 12 ist die zentrale Richtlinie in Deutschland. Sie legt die Bauweisen und Schichtdicken in Abhängigkeit von der Belastungsklasse fest. Ergänzend gelten die ZTV E-StB für Erdarbeiten und die TL SoB-StB für die Materialanforderungen an ungebundene Schichten.
Warum ist der CBR-Wert für den Straßenbau in Hannover so entscheidend?
Der CBR-Wert beschreibt die Tragfähigkeit des Untergrunds direkt in Prozent zum Standardmaterial. In Hannover variiert dieser Wert stark zwischen den sandigen Geestböden im Norden und den tonig-schluffigen Aueböden entlang der Leine. Die RStO verlangt für Belastungsklassen ab Bk1,0 einen CBR von mindestens 15 % auf dem Planum.
Wie viele Plattendruckversuche sind auf einer Baustelle vorgeschrieben?
Die ZTV E-StB gibt einen Prüfraster vor: alle 1.000 m² ein Versuch, mindestens jedoch drei pro Schicht. Auf kleineren Flächen legen wir die Punkte in Absprache mit der Bauleitung so, dass alle relevanten Verdichtungszonen abgedeckt sind.