Die quartären Sand- und Kiesterrassen der Leine prägen den Baugrund in Hanover. Der stetige Wechsel zwischen hochdurchlässigen Schottern und geringdurchlässigen Mergellagen aus dem Jura erfordert eine exakte Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit direkt vor Ort. Der Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) liefert verlässliche kf-Werte, die Laborversuche allein nicht abbilden können. Gerade in Stadtteilen wie der List oder Bothfeld, wo der Grundwasserspiegel saisonal stark schwankt, wird der Versuch nach DIN 18130 in offenen Bohrlöchern durchgeführt. Das Team setzt auf mobile Pumpen und präzise Druckaufnehmer, um auch in heterogenen Böden reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Vor einer geotechnischen Erkundung klären wir die lokale Hydrogeologie und stimmen das Versuchsprogramm auf die anstehenden Lockergesteine oder klüftigen Festgesteine ab.
Die Kombination aus Lefranc- und Lugeon-Versuch deckt das gesamte Spektrum vom rolligen Sand bis zum klüftigen Fels in den Tiefenlagen der Leinemasch ab.
Arbeitsumfang in Hanover

Typische technische Herausforderungen in Hanover
Die industrielle Expansion Hanover im späten 19. Jahrhundert, insbesondere die Entwicklung des Maschinenbaus und der Gummiindustrie, führte zu tiefgreifenden Eingriffen in den Untergrund. Alte Auffüllungen mit Schlacken, Bauschutt und organischen Beimengungen in ehemaligen Lehmgruben am Rand der Eilenriede bilden heute einen anthropogen veränderten Baugrund. Ein undurchlässiger Mergelhorizont kann lokal erodiert sein, was unkontrollierte Sickerwege schafft. Ohne einen belastbaren Felddurchlässigkeitsversuch besteht die Gefahr, dass eine geplante Baugrubenumschließung oder eine Dichtwand den Wasserzutritt falsch einschätzt. Die Folge wären Setzungen durch hydraulischen Grundbruch oder ein Versagen der Abdichtung bei Altlastenflächen. In der Südstadt mit ihren dichten Blockrandbebauungen kann ein unerwarteter Wasserandrang die Standsicherheit tiefer Baugruben gefährden. Die lokale Erfahrung mit dem Leinetal-Untergrund ist daher der entscheidende Faktor für eine sichere Prognose.
Unsere Leistungen
Das Leistungsspektrum für den Felddurchlässigkeitsversuch in Hanover umfasst die fachgerechte Planung und Durchführung der Versuche unter Berücksichtigung der lokalen Grundwasserverhältnisse.
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Durchführung des Versuchs in verrohrten oder unverrohrten Bohrlöchern mit konstanter oder fallender Druckhöhe. Auswertung nach stationären Bedingungen und Angabe des kf-Werts für jede untersuchte Tiefenstufe.
Lugeon-Versuch im Fels
Packer-Test in geklüfteten Festgesteinen mit stufenweiser Druckbeaufschlagung. Aufzeichnung von Druck und Injektionsrate. Analyse des Fließverhaltens zur Beurteilung von Klüftigkeit und Injektionsfähigkeit.
Gängige Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Hanover?
Die Kosten für einen Felddurchlässigkeitsversuch bewegen sich typischerweise zwischen €590 und €1050. Der konkrete Aufwand hängt von der Anzahl der Testtiefen, der erforderlichen Bohrlochvorbereitung und der gewählten Methode (Lefranc oder Lugeon) ab. Wir erstellen vorab ein detailliertes Angebot.
Wann ist ein Lugeon- anstelle eines Lefranc-Versuchs durchzuführen?
Der Lugeon-Versuch kommt bei klüftigem Festgestein zum Einsatz, etwa in den Kalksteinbänken unter Hanover. Der Lefranc-Versuch eignet sich für Lockergesteine wie Sande und Kiese. Die Entscheidung treffen wir nach einer geologischen Ansprache des Bohrguts.
Welche Norm ist für die Durchführung maßgebend?
Die Durchführung erfolgt nach DIN 18130. Ergänzend werden die Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) und die Vorgaben der DIN 4020 für geotechnische Untersuchungen berücksichtigt. Die Laboranalysen begleitender Proben erfolgen nach DIN EN ISO 17892.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Test in einer Tiefenstufe dauert in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten, abhängig von der Durchlässigkeit des Bodens. Bei mehreren Druckstufen im Lugeon-Versuch oder sehr gering durchlässigen Böden kann sich die Dauer verlängern. Die Rüstzeit für das Bohrloch kommt hinzu.